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Aigua


 



15. September 2011


Aigua wurde beschrieben als aktiv, aber nicht stürmisch, intelligent und lernwillig, ausgeglichen, ohne langweilig zu sein. Das ist bereits eine sehr gute Einschätzung der Persönlichkeit dieser wirklich eleganten Hündin.

Mittlerweile, nachdem sie seit zwei Monaten bei uns in Karlsruhe ist, kann ich der Beschreibung noch einige Ergänzungen hinzufügen:

Aigua ist interessiert an allem.

 


Wenn es den Begriff "neugierig" noch nicht gäbe, müsste er für sie erfunden werden. In den ersten Tagen hat sie sich alles, Gegenstände und all meine Aktivitäten genau angeschaut. Sie hat intensiv beobachtet, wie ich die Mülltüte binde, die Wohnung sauber mache, Zähne putze usw., so, als wollte sie sich alles einprägen, um es selbst machen zu können. Nichts fand sie langweilig. Seit ein paar Wochen hat sie rote Farbtupfer an der Ohrspitze und am Hals, weil sie natürlich auch bei einer Streichaktion in der ersten Reihe dabei sein wollte. Gut, das hat sich etwas gelegt, aber immer noch ist sie meist dabei, wenn ich irgendwo hingehe. Es könnte ja eine Streichel- oder eine Spieleinheit oder etwas Fressbares heraus springen.

 


Aigua ist äußerst wachsam.

Hat sie zu Beginn noch bei jedem noch so - aus menschlicher Sicht - nichtigen Anlass gebellt, lernte sie schnell zu selektieren. Jetzt wird richtig laut, mit Engagement und im Verbund mit meinen beiden alten Hunden der Fremde verbellt, der - vermeintlich - auf das Grundstück gelangen will. Und ebenfalls im Verbund mit meinen beiden Alten wird dann kräftig mit dem Schwanz gewedelt, wenn der Fremde es ernst meint und tatsächlich "eindringt". Denn Aigua ist ein so freundlicher Hund und sie geht davon aus, dass alle Menschen ihre streichel- und knuddelwütigen Freunde sind.

 


Aigua lernt, was es so zum reibungslosen Ablauf eines Tages zu lernen gilt, in rasantem Tempo.

Das Kommando "Komm her" war nach wenigen Malen Leckerli Verteilen Standard - zumindest dann, wenn keine weitere Ablenkung gegeben ist - , bei dem für mich zweitwichtigsten Kommando "Mach Pipi", vor allem deshalb, weil sie ganze Spaziergänge damit verbingen kann, sich kein einziges Mal zu setzen, sind wir auf einem guten Weg, dh meistens klappt das schon gut. Auch mit "Sitz" und "Platz" sind wir auf einem guten Weg, auch wenn man manchmal beides verwechselt. Sehr schnell verstanden hat sie, dass meine beiden Papgeien nicht ihre Spielzeuge sind und nicht mit ihr spielen wollen - man hat es versucht, aber die beiden Vögel waren blöd, statt zu spielen haben sie gehackt. Seither lässt sie sie unbehelligt durch die Wohnung spazieren oder fliegen. Klasse findet sie die Vögel trotzdem deshalb, weil es bei der Obstausgabe für sie immer auch Obst für die Hunde gibt. Und Aigua liebt Obst, am meisten Äpfel. Seit ich sie habe, hat sich mein Apfelverbrauch fast verdoppelt. Beim Anstehen für Apfel vergisst sie oft den Respekt vor dem Alter und will meinen beiden Alten das Stück vor der Nase wegschnappen.

 


Und dann ist da noch das Autofahren: dreimal habe ich beim Einsteigen etwas nachgeholfen, seither spingt sie vor allen anderen ins Auto. Das hinderte sie zu Beginn leider nicht daran, sich bei einer längeren Fahrt zu übergeben, je länger desto öfter. Mittlerweile hatten wir schon die ein oder andere Fahrt ohne Beigaben.

Aigua versteht sich prima mit meinen beiden alteingesessenen Hunden, der größere Rüde Zacharias und die etwas kleinere Hündin Mona.

Beide habe die 10 Jahre überschritten und gehen es weit gelassener an als der Jungspund Aigua. Von Zachi hat sie wohl abgeschaut, beim Gassigang, den sie bereits problemlos über weite Strecken ohne Leine zurücklegen darf, in meiner Nähe zu bleiben, ansonsten habe ich den Eindruck, dass es einfach ihr alter Kumpel ist, der, wenn überhaupt, dann nur noch für kurze Zeit herum blödelt - wobei sie das nicht stört, weil sie dann eben alleine oder mit mir herumsaust und - blödelt. Bei Mona musste sie schnell einsehen, dass sie etwas mit Vorsicht zu geniessen ist, dass sie manchmal Abstand verlangt und Ressourcen - zu Anfang eine bestimmte Couch, jetzt ab und zu noch "ihren" Zacharias - verteidigt. Aber die vereinzelten Zurechtweisungen von Mona akzeptiert Aigua bislang ohne Murren. Mittlerweile marschiert Mona auch fast nur noch dann wie ein Panzer auf, wenn sie mitbekommt, das Aigua und Zachi spielen. Dann geht sie dazwischen und dann gehe ich dazwischen, rein präventiv. Ich glaube aber, dass sich das mit der Zeit legen wird, schon jetzt sind wir alle die meiste Zeit entspannt.

Aigua klaut wie ein Rabe!

Eines der wenigen Verhalten, an dem wir arbeiten müssen. Am Anfang hat sie hauptsächlich Gegenstände geklaut, zB innerhalb von zehn Minuten nacheinander eine Schlafanzughose, ein Putzlappen (aus meiner Hand) und ein Spannbettlagen. Einfach so, zum Abhauen, Spielen und Fallenlassen. Ich musste immer mein Grinsen verkneifen, ihr mit einem entschiedenen "Nein!" die Beute wieder abnehmen und meine Alternative in Form eines alten Handtuchs oder was auch immer anbieten. Das ist seither kein Thema mehr, aber sie holt sich alles an Fressen oder vermeintlich Fressbarem, an das sie risikolos - will sagen: ohne meine Anwesenheit - ran kommt. Einmal ist sie mit einem etwa einen Meter langen hellen Gegenstand freudig an mir vorbei gesaust. Ich habe einige Sekunden gebraucht bis ich realisierte, dass sie gerade ein frisches Baguette aus meinem Auto stiebitzt hatte. Ihre bislang denkwürdigste Aktion hat sie vor kurzem abgeliefert, als sie nachmittags den gesamten, noch warmen Topf mit gekochtem Fleisch (eigentlich für alle drei Hunde gedacht) vom Herd geholt, über den Küchenboden verteilt und gefressen hat. Die Küche war nahe an der Renovierungsbedürftigkeit! Abends hat sie zur Abrundung noch einen gegrillten und gut gewürzten Fleischspieß vom Teller geholt und sich vom Acker gemacht. Die Folge: weniger Essen für mich und einen halben Tag lang ordentlich Dünnpfiff für Aigua. Dass ich selbst schuld war an den Diebstahlaktionen, brauche ich eigentlich nicht zu erwähnen. Ich hatte Topf und Spiess unbeaufsichtigt gelassen. Damit ist natürlich die Aufgabe der näheren Zukunft klar: es darf für Aigua nicht opportun sein, an Herd, Tisch oder Buffet hoch zu stehen. Aber bei der Lerngeschwindigkeit von Aigua sehe ich da überhaupt keine Probleme.

A Propos Probleme: Angst und Unsicherheit hat Aigua bisher im Zusammenhang mit Verkehrslärm gezeigt, insbesondere mit vorbeifahrenden Zügen gezeigt. Bei lauten Autos scheint sie dabei eher einfach auf der Hut zu sein, bei den Zügen - wir gehen oft streckenweise an eine Bahnlinie entlang - hat sie schon regelrecht Angst.

 


Mein Fazit:

Aigua ist ein Superhund, voller Energie, freundlich, sensibel und intelligent. Ich bin froh, dass sie bei uns ist und wundere mich, dass sie nicht schon viel früher vermittelt wurde, denn sie ist eine Bereicherung im Leben.

Ein Wort zum Abschluß zu Ihrer Organisation, liebes Team von "Tierhilfe Verbindet": Nach dem Ablauf der Vermittlung mit ersten Kontakten, Vorgespräch, Übermittlung von ärztlichen Untersuchungsergebnissen, Aiguas Reise von Spanien, aber auch wegen Aufbau und Pflege der Homepage und der dort dargestellten Struktur im Team, insbesondere aller ehrenamtlicher Helfer komme ich zu einem klaren Ergebnis: Sie machen das absolut professionell und effektiv. Sie sind ein toller Verein mit einer gut durchdachten und -strukturierten Organisation. Bitte machen Sie weiter so!

Anbei einige Ansichten aus dem neuen Leben und Wirken des Energiebündels.

Viele Grüße
Achim F.

 


 


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