Tierhilfe Verbindet e.V.


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Omi


 


 

10. Juli 2011


Liebes THV-Team,

da ich jetzt schon wieder vier Monate hier in Neumarkt bin wird es allerhöchste Zeit, euch mal a bisserl was von meinem neuen Leben zu erzählen.

Ich denke, ich hab es hier recht gut getroffen (zumindest ist Frauchens Schwester der Meinung, dass ich ein unglaublich verwöhnter Hund bin. Aber seien wir uns doch mal ehrlich, dass hab ich mir verdient!). Meine beiden Dosenöffner richten ihr Leben jetzt an mir aus, und es ist total lustig zu sehen, was ich hier für Veränderungen herbeigeführt habe. Nehmen wir mal Frauchen: Sie war eigentlich immer mehr so ne Tussi, dauernd hohe Schuhe, schicke Handtaschen usw. Richtig existiert hat sie erst ab 24 Grad aufwärts und dauernd wurde die Wohnung gesaugt. Mittlerweile stapeln sich im Flur Turnschuhe und Gummistiefel, statt einer Handtasche hat sie nen Leckerliebeutel, saugen wurde durch kuscheln mit mir ersetzt und warmes Wetter findet sie jetzt total doof, weil es mir dann nämlich nicht so gut geht.

Herrchen, der vorher nie wirklich was mit Tieren zu tun hatte, ist schwer in mich verliebt, nimmt sich immer mal wieder Zeit für eine Runde Streicheleinheiten und richtet jeden Morgen vorbildlich mein Fressen her (Frauchen ist nämlich morgens zu solchen komplizierten Tätigkeiten nicht fähig). Ich bring ihn auch immer wieder zum Lachen, find ich ganz toll, er zeigt sich nämlich gern mal als Brummbär. Aber ich hab ihn geknackt :-).

Apropos knacken: Ihr habt ja mal über mich geschrieben, dass ich alle Herzen gewinne. Das ist immer noch so. In der Nachbarschaft kennt mich mittlerweile jeder und alle sind total begeistert. So ruhig, so lieb, so hübsch (da zähl ich schon nicht mehr mit, werd sonst total eingebildet) und und und und…….. Ich bekomme hier auch mit Abstand von allen Hunden die meisten Streicheleinheiten. Klar, vor mir hat keiner Angst und im Gegensatz zu den anderen bleib ich stehen und genieße es. Gewusst wie, soll der Rest doch auf Spurensuche gehen, ich weiß, wo das Futter und die streichelnden Hände sind.

Erleben tu ich hier so einiges. Herrchen und Frauchen haben ja so ein komisches Hobby namens Reenactment. Sie tragen dann altmodische Klamotten und wir schlafen im Zelt. Da hab ich meinen eigenen Strohsack mit nem Schaffell drauf, sehr gemütlich.

Es sind immer viele Leute da, die mich natürlich auch alle streicheln dürfen wenn ich gut drauf bin. Es gibt viele andere Hunde und total interessante Gerüche. Einmal hat Frauchen mich auch schon in die Arbeit geschmuggelt. Es stimmt gar nicht, was man immer hört, Schule ist nicht doof. Ganz im Gegenteil, man bekommt einen gemütlichen Platz vor der Tafel und wird wieder viel gestreichelt. Letzte Woche war ich sogar auf meiner ersten Klassenfahrt, wir haben uns Nürnberg angesehen.

Überhaupt, wenn meine Zweibeiner weggehen achten sie eigentlich immer drauf, dass ich mitgehen kann. Mir macht nämlich wenig was aus, solange die beiden nur bei mir sind. Deswegen kenne ich jetzt auch schon diverse Restaurants und Biergärten in Neumarkt, hab neben Nürnberg auch schon Regensburg, München und Waging erkundet und weiß, dass es bei Buffetts immer mindestens einen gibt, der sein Essen nicht richtig am Teller balancieren kann.

 


Besonders schön sind immer die Besuche bei Frauchens Familie in München. Da sind alle hundenärrisch und es gibt auch noch Samson, den 13 Jahre alten Familienhund. Ich treffe nämlich gern andere Hunde. Deswegen haben wir auch eine morgendliche Gassigehrunde mit zwei hübschen Rüden und einmal in der Woche gehen wir in die Hundeschule zur Spielstunde (aber nicht mehr lang, die sind mir da doch oft zu wild. Und erziehen muss man mich ja nicht wirklich, ich bin nämlich eigentlich ein Schaf, das zufällig in einem Hundepelz steckt. Ist dann auch immer ganz lustig, die anderen trainieren oft seit Jahren und es klappt nicht so gut wie bei uns, obwohl wir uns doch erst seit ein paar Monaten kennen).

Eine Sache macht Herrchen und Frauchen aber doch sehr zu schaffen: Irgendwie sind wird total oft beim Tierarzt, da immer wieder was mit mir ist. Ich bin halt nicht nur alt, sondern auch richtig abgearbeitet, und das merkt man. Dabei wünschen sie sich für mich doch nichts anderes als einen ruhigen Lebensabend, ohne dauernde Spritzen, OP´s etc. Aber das wird hoffentlich auch noch und ich hab ja schon bewiesen, dass ich ein zähes Luder bin.

So, jetzt muss ich Frauchen noch seelisch beim Bügeln unterstützen, deswegen Schluss für heut.

Ich möchte mich bei euch allen noch mal für eure wundervolle Arbeit bedanken und hoffe, dass noch mehr Senioren eine Chance bekommen. Wir sind was ganz besonderes, und wer denkt, wir können uns nicht mehr binden und nichts mehr lernen, der darf uns gern mal besuchen und uns einen Tag lang beobachten!

Liebe Grüße aus der Oberpfalz
Omi M.-R.

 


 


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