Tierhilfe Verbindet e.V.


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Pati

Die süße Pati wurde geadelt :-) sie heißt jetzt Lady Abigail Bennett, kurz Abby.
 

 
 

Ein paar Zeilen zu Lady Abigail Bennett ("Abby")

Wir hatten uns schon länger mit dem Gedanken getragen, eine Katze ins Haus zu holen. Schließlich haben wir beide tagsüber viel Zeit, die Wohnung ist groß und mit Parkett versehen, der kleine Balkon sowieso katzensicher (dank Netz der Vormieter). Zuerst fassten wir eine ältere Kätzin aus dem Tierheim ins Auge, aber die war schon so krank, dass es uns einfach nervlich zu sehr mitnahm - wir wollen das Haustier ja nicht nur, um es auf dem "letzten Weg" zu begleiten. Aber das Erlebnis bestärkte uns in der Entscheidung, auf jeden Fall eine Katze haben zu wollen. Nur - welche? Eine gute Bekannte besaß 19 Jahre lang eine bezaubernde Thai, deren Charakter ich sehr zu schätzen gelernt hatte. Als bei "Tierhilfe verbindet e.V." eine solche Katze in den Profilen auftauchte, war uns beiden sehr schnell klar: wenn die nicht total durchgeknall ist, wollen wir sie haben!
 


 

Abby (damals noch Paki bzw. Pati) war bei einer netten jungen Frau in Pflege und zwar gleich hier um die Ecke. Also konnten wir mal in Ruhe vorbei schauen und sehen, wie die Chemie zwischen der Katze und uns ist. Und sie stimmte von der ersten Sekunde an. Abby ist eine sehr typische Thai - neugierig, robust, divenhaft, freundlich, menschenbezogen. Dass sie nur noch ein kleines Krüppelschwänzchen hat? Völlig egal, sie soll ja keine Wettbewerbe gewinnen. Wunderschön ist sie dennoch.

Abby ist  vermutlich knapp drei Jahre alt und wiegt derzeit 4,3 Kilo. Sie kommt eigentlich aus Spanien.
 


 

Wir sind davon ausgegangen, dass Abby ein paar Tage brauchen würde, sich bei uns einzugewöhnen. Weit gefehlt! Sie sprang sofort aus der Transportkorb, schaute sich alle Zimmer der Reihe nach genau an - und legte sich dann dösend auf den Stuhl in meinem Arbeitszimmer. Ihren neuen Napf nahm sie genau so selbstverständlich an wie die Toilette und den bordeauxfarbenen Sessel in der Diele, der seither ihr Lieblingsschlafplatz für die Nacht ist (tagsüber schläft sie immer an den Orten, an denen wir in Sichtweite sind).

Erfreulicherweise schläft Abby "durch", mit kurzen Unterbrechungen von 23.00 Uhr bis 6 oder 7 Uhr. Dann legt sie sich vor die Schlafzimmertür und wartet, bis jemand aufmacht und ihr Futter gibt. Sie schmeißt nichts (absichtlich) runter, kratzt nicht am Sofa, geht nicht an die Pflanzen. Sehr gerne sitzt sie auf dem Balkon und schaut dem Tiervolk im Hinterhofgarten zu.
 


 

Abby kann nach Aussage der früheren Pflegerin nicht gut mit anderen Katzen - deshalb buchten wir ihr ein Einzelzimmer in der Katzenpension, als wir in Urlaub fuhren. Mehr als zwei Tage kann man sie auch mit einer guten Sitterin nicht allein daheim lassen, dann fühlt sie sich verlassen. Beim zweiten Urlaub gaben wir die Katze in eine andere Pension, wo man sie nach einem Tag Ruhe im Einzelzimmer auch mit anderen Katzen zusammen brachte. Große Überraschung: Abby kam ganz prima mit den Kollegen aus und wirkte bei der Heimkehr deutlich entspannter.

Unsere Abby hat ein durch und durch freundliches, offenes und robustes Wesen. Sie möchte immer gerne dabei sein, dem Menschen an der Seite stehen, ohne sich aufzudrängen oder zu quengeln. Am Küchentisch hat sie einen eigenen Stuhl, auf dem sie gerne sitzt und uns zuschaut, wenn wir essen. Versuche, sich selber etwas zu angeln, kennen wir von ihr nicht. Klingelt es, will sie unbedingt ins Treppenhaus - wo sie dann unschlüssig ist, was sie dort machen soll.

Abby spielt sehr ausgiebig und wild, besonders gerne wenn man ihr mit einem Spielzeug am Stöckchen an und in ihrem Zelt herum fuchtelt. Dabei ist sie trotzdem vorsichtig, verteilt nur Liebesbisse. Im direkten Menschenkontakt lässt sie die Krallen eingefahren, nur beim Spiel am Zelt sollte man außerhalb der Pfotenreichweite bleiben.
 


 

Abby vokalisiert sehr ordentlich - wenn sie aus der Toilette kommt, maunzt sie vernehmlich, weil sie Reinigung wünscht. Wenn es ihr mit dem Essen arg zu lange dauert, hört man das auch. Ansonsten ist sie eher ruhig. Kurios wurde es nur, als wir ihr mal ein Video von einer maunzenden Katze am Computer vorgespielt haben - da fauchte sie plötzlich und knurrte sehr wütend. Anschließend schaute sie hinter dem Monitor nach, wo die Konkurrentin steckt...

Natürlich ist eine Katze nicht nur Kür, sondern auch Pflicht: Abby will Beschäftigung, mag es gar nicht, ausgeschlossen oder allein gelassen zu werden. Sie ist liebebedürftig und anhänglich. Menschen, die tagsüber arbeiten gehen, wären für sie undenkbar. Man kann nicht mal eben über das Wochenende weg fahren, ein Urlaub ist immer mit der Frage verbunden "Wohin mit der Katze?".  Es ist auch relativ normal, dass die Katze sich auf einen der Menschen im Haushalt fixiert. Bei uns ist das Britta. Ich bin der Katze zwar augenscheinlich auch sympathisch (als Krauler wie als Fütterer), aber im Zweifelsfall kreist Abbys Aufmerksamkeit immer um das Frauchen. Da bin ich nicht eifersüchtig.
 


 

Eins ist sicher: Abby hat unser Leben auf so viele Arten bereichert, dass wir es kaum beschreiben können. Sie anzusehen, wenn sie zufrieden auf der Fensterbank döst, löst Glücksgefühle und Entspannung aus, die kein Wellness-Center geben kann. Sie ist die perfekte Ergänzung, füllt Lücken, die wir bisher gar nicht kannten. Sie ist Sonnenschein und Regenbogen, Superstar und Knuddelchen zugleich. Ihr Leben ist ein tägliches Abenteuer, dem zuzusehen eine reine Freude ist. Wir lieben sie.

Torsten Dewi, München 2012
 


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